|
Dieser
Maler gehört zu meinen Lieblingsmaler.
Claude
Monet (1840-1926) Claude Monet wurde am 14.
November 1840 in Paris geboren. Im Alter von
fünf Jahren zog er mit seinen Eltern in die Hafenstadt
Le Havre. Die Kindheits-Eindrücke von Hafen, Küste
und Meer malte Monet später immer wieder. Als
er 15 Jahre alt war, zeigte er große Begabung beim
Zeichnen von Karikaturen.
Dem bekannten
Landschaftsmaler Eugène Boudin (1824-1898) gefielen
diese Zeichnungen, so dass er den jungen Monet oft
zum Malen im Freien mitnahm. Im Jahre 1859 ging
Monet entgegen dem Willen seines Vaters nach Paris,
um dort Malerei zu studieren.
Monet:
Vom Karikaturisten zum Begründer des Impressionismus Claude
Oscar Monet wurde mit einem Bild zum Namensgeber
einer ganzen Kunstepoche. Von
diesem Bild »Impression, "soleil
levant"
leitete ein Kunstkritiker im Jahr 1874 die Bezeichnung
"Impressionisten"
ab und meinte das eher spöttisch.
In
seinem Alterswerk, vor allem in seinen Seerosen-
und Lilienbildern, hat sich Monet dann über den
Impressionismus hinaus weiterentwickelt.
Claude Monet die
Biografie
Erste Karikaturen:
Claude Oscar Monet wurde am 14.11.1840 in Paris
als Sohn eines Kaufmanns geboren. Im Jahr 1845 zog
die Familie nach Le Havre. Monet zeigte schon früh
Talent als Zeichner, er fertigte viele Karikaturen
an. Im Jahr 1856 lernte er den Maler Eugène Boudin
kennen, der ihn in die Freilichtmalerei einführte.
Eine wichtige Prägung bedeutete für ihn auch ein
Werk des Malers Charles-François Daubigny, der der
Schule von Barbizon angehörte. Im Jahr 1859 traf
Monet an der Académie Suisse, an der er für kurze
Zeit eingeschrieben war, auf den Maler Camille Pissarro.
Die Jahre 1861/62 verbrachte er beim Militär in
Algerien, wurde aber wegen seiner schwachen körperlichen
Verfassung entlassen. Ab Ende 1862 machte Monet
eine Ausbildung im Atelier von Charles Gleyre, zusammen
mit Alfred Sisley, Auguste Renoir und anderen Malern,
mit denen er sich auch der Freilichtmalerei in Chailly-en-Brière
im Wald von Fontainebleau widmete.
Erste Erfolge :
Erfolg hatte Monet mit Gemälden im Jahr 1865 und
im Jahr 1866. Der Salon, die Kunstausstellung im
Louvre, zeigte unter anderem 1865 sein Werk »Die
Mündung der Seine«, das ebenso großen Anklang fand
wie im folgenden Jahr das Werk »Camille«, das seine
Geliebte Camille Doncieux darstellte. Ein bedeutendes
Werk schuf Monet 1868. »Das Frühstück« zeigt Camille
und Sohn Jean. 1870 heiratete Monet Camille Doncieux.
Im selben Jahr besuchte er London.
Monet kam dort in
Kontakt mit dem Kunsthändler Paul Durand-Ruel. Dies
war eine wichtige Bekanntschaft, denn Durand-Ruel
kaufte in der Folgezeit viele Werke von Monet. Im
Jahr 1871 besuchte Monet Holland und malte dort.
Ein Bild gibt einer
Epoche den Namen: Im Jahr 1872 schuf er ein Werk,
das einer ganzen Epoche den Namen geben sollte.
Das Werk »Impression, soleil levant« wurde zwei
Jahre darauf von Monet und seinen Malerfreunden
im Atelier des Fotografen Nadar ausgestellt. Die
Gruppe der Ausstellenden wurde nach diesem Bild
zunächst abwertend als »Impressionisten« bezeichnet.Monet
lebte nun in Argenteuil und arbeitete mit Renoir
und Manet zusammen. Ein Portrait von Manet zeigt
ihn bei der Arbeit (»Die Barke: Monets schwimmendes
Atelier«, 1874). Auf den folgenden Ausstellungen
der Impressionisten von 1876 bis 1879 war Monet
regelmäßig mit bis zu über 30 Bildern vertreten.
Allerdings brachten ihm diese Ausstellungen keinen
materiellen Erfolg, während der 1870er-Jahre war
er permanent in Geldnot. Im Herbst 1879 starb Monets
Frau Camille. Im Jahr 1882 war er noch einmal auf
einer Ausstellung der Impressionisten vertreten,
ab 1883 stellte dann Durand-Ruel regelmäßig die
Werke Monets aus.
Abrücken von den
Impressionisten Das Abrücken von den Impressionisten
zeigte sich bei Monet auch in einer Änderung seines
Stils, die ab dieser Zeit zu registrieren ist. Schwerere
Töne lösen die leichten Farben ab, die er in seinen
Landschaftsbildern verwendet hatte (Beispiel: »Stillleben
Äpfel und Trauben« von 1880). Im Jahr 1883 ließ
sich Monet in Giverny nieder. Er unternahm einige
Reisen, so 1883 nach Rouen, wo er Pissarro traf;
im selben Jahr fuhr er an die Riviera, wohin ihn
Renoir und Cézanne begleiteten.
1892 heiratete Monet
zum zweiten Mal. Auch um die Jahrhundertwende machte
er verschiedene Reisen, so nach England und nach
Venedig. Dabei entstanden 1903 das Werk »Das Parlamentsgebäude
in London«, das ihn in der Nachfolge W. A. Turners
zeigt, und 1908 »Der Dogenpalast in Venedig«. In
dieser Zeit arbeitete er mit großem Elan, wohl auch,
weil ihn ein Augenleiden um den Erhalt seiner Sehkraft
bangen ließ.
Die Motive des Alters:
Seerosen und Lilien
Auf seinem Grundstück
in Giverny begann er 1899 mit der Abbildung von
Seerosen und Lilien. An diesen Motiven arbeitete
er bis an sein Lebensende, wie die Werke »Garten
von Giverny« (1904), »Seerosenteich« (1908), »Wasserlilien«
(19101920) und »Seerosen« (um 1921) belegen. In
diesem Spätwerk kam Monet bis an die Auflösung des
Gegenständlichen. Claude Monet starb am 06.12.1926
in Giverny.
Das Werk des Claude
Monet
Der Neuerer Auch
wenn Monet einer ganzen Stilrichtung der Malerei,
dem Impressionismus, den Namen gab und ihr zum Durchbruch
verhalf, so entfernte er sich ab Ende der 1880er-Jahre
doch von ihr und kam in seinem Spätwerk der ungegenständlichen
Malerei sehr nahe. Beeinflusst von Boudin, Courbet,
Manet und Turner gehörte er anfangs der Gruppe der
jungen Freilichtmaler an, die dann nach seinem Werk
Impressionisten genannt wurden. Er schaffte es meisterhaft,
das Flimmern von Luft und Licht unter Auflösen der
Konturen darzustellen. In vieler Hinsicht war Monet
in seinen Werken ein Neuerer, der mit alten Traditionen
brach.
Die Marinebilder
Dies spiegelt sich
auch in seinen Marinebildern, mit denen er sich
unter anderem 1865 für den Salon bewarb. Die Jury
bezeichnete ihn als »sachgerechten Maler von Seestücken«.
Das lag wohl darin begründet, dass Monet ganz
anders als etwa Manet ein bewährtes Motiv
gewählt und nur wenige Neuerungen im Stilistischen
vollzogen hatte. In seinem Bild »Die Mole von Honfleur«
(1864) ist deutlicher zu sehen, worin die Neuerung
besteht. Orientiert an Boudin hatte er die holländische
Tradition überwunden. Der Himmel und das Meer waren
wie auch schon bei Boudin keine reine
Bühne mehr, etwa für pompöse Schiffe. Die Farbe
und die Pinselführung bekamen bei Monet einen eigenen
Wert. Anders als Boudin, der die gesamte Horizontlinie
über die Bildgrenzen nach links und rechts hinausdrängte
und so den Eindruck von Unendlichkeit nicht allein
auf die Bildmitte beschränkte, weitete Monet hier
den Raum noch einmal in traditioneller Weise in
die Bildtiefe aus. Bei der Gestaltung der Räumlichkeit
folgte er Boudin erst in späteren Bildern.
Die Figurenmalerei
Bei der Figurenmalerei
trennte Monet nicht so scharf wie seine Zeitgenossen
zum Beispiel: Manet zwischen der Ateliermalerei
(für die Abbildung von Figuren und Personen) und
der Freilichtmalerei (für die Abbildung von Landschaften).
Er glaubte an die Einheit von Mensch und Natur,
von Figuren- und Landschaftsmalerei. Überzeugend
gelungen ist ihm diese Synthese in seinem Werk »Frauen
im Garten«, in dem er Personen nach den Regeln der
Freilichtmalerei darstellt und die Kontraste zwischen
hell und dunkel zu einer starken, hellen Farbigkeit
vereint. Auch in seinem Portrait »Camille« zeigt
sich Monet als Begründer einer modernen Maltradition,
indem er kühne Experimente mit der Farbe anstellt
und wegkommt vom reinen Porträtcharakter der Darstellung
einer Person.
Die Landschaftsbilder
Es waren aber vor
allem seine Landschaftsbilder, in denen Monet den
Impressionismus weiterentwickelt hat. Dabei entfernte
er sich von der reinen Landschaftsmalerei, indem
er auch Stadtansichten und Figuren mit in die Darstellung
einbaute. Allen diesen Landschaftsbildern gemeinsam
ist die Bedeutung der Darstellung von Wasser, Himmel
und Wolken. Sie waren so etwas wie eine Farb- und
Lichtfolie, vor deren Hintergrund die Farbe des
Dargestellten sich in einzelne Bestandteile auflösen
konnte, ohne dass dies den Zusammenhang des Bildes
völlig zerstörte.
Das Spätwerk
Im Spätwerk kam
Monet dann mit seinen Darstellungen von Seerosen
und Lilien an den Rand des Ungegenständlichen. Wichtiger
als die Bestimmtheit der Form dessen, was abzubilden
war, wurde hier für ihn die Beziehung des Gegenständlichen
zum Raum. Monet kam in seinen Altersbildern bei
der Farbgebung ab von den schweren Farben, die seine
Bilder noch zu Anfang der 1860er-Jahre gekennzeichnet
hatten.
ZEITTAFEL: CLAUDE
MONETS LEBEN UND WERK
1840
Am 14.11.1840 wird Claude Oscar Monet in Paris als
Sohn eines Kaufmanns geboren.
1845
Die Familie Monet zieht nach Le Havre.
1856
Monet lernt den Maler Eugène Boudin kennen, der
ihn in dieFreilichtmalerei einführt.
1859
Monet ist an der Académie Suisse für kurze Zeit
eingeschrieben, trifft dort den Maler Camille Pissarro.
1861/62
Militärdienst in Algerien
1862
Ab Ende dieses Jahres macht Monet eine Ausbildung
im Atelier von Charles Gleyre, zusammen mit Alfred
Sisley, Auguste Renoir und anderen.
1864
»Die Mole von Honfleur«
1865
Ausstellung von Werken im Salon. »Die Mündung der
Seine«
1866
Ausstellung von Werken im Salon »Camille« oder »Das
grüne Kleid«
1867
»Frauen im Garten«
1868
»Das Frühstück«
1870
Monet heiratet Camille Doncieux. Im selben Jahr
Besuch in London und Kontakt zum Kunsthändler Durand-Ruel
1871
Monet besucht Holland.
1872
»Eindruck bei Sonnenaufgang« (»Impression, soleil
levant«)
1873
»Wilder Mohn« »Der Boulevard des Capucines«
1874
Erste Ausstellung der »Impressionisten« »Die Brücke
von Argenteuil«
1876
Teilnahme an der Ausstellung der »Impressionisten«
1877
»Bahnhof St.-Lazare«
1879
Teilnahme an der Ausstellung der »Impressionisten«.
Im Herbst stirbt Monets Frau Camille.
1881
»Sonnenblumen«
1882
»Die Küstenpromenade«. Letzte Teilnahme an der Ausstellung
der »Impressionisten«
1883
Ab diesem Jahr regelmäßige Ausstellungen der Werke
Monets bei Durand-Ruel; Monet trifft Pissarro in
Rouen und fährt mit Renoir und Cézanne an die Riviera.
»Die Klippe von Etretat«
1887
»Felder im Frühling«
1892
Monet heiratet zum zweiten Mal.
1894
»Die Kathedrale von Rouen im Sonnenlicht«, »Die
Kathedrale von Rouen bei Sonnenuntergang«
1902
»Waterloo-Bridge«
1903
»Das Parlamentsgebäude in London«
1904
»Garten von Giverny«
1908
»Der Dogenpalast in Venedig«, »Dämmerung«, »Seerosenteich«
1910-20
»Wasserlilien«
Um 1921
»Seerosen«
1926
Claude Monet stirbt am 06.12. in Giverny.
Text
Brockhaus 2002
|