Daniela Amendy
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Ehrenfriedhof 1.Januar 2002 Es ist kurz nach Mitternacht. Eine lange breite Gasse deutet den Weg hinab zu der Stelle, wo der Himmel mit der gelbblauen Lichterkuppel der Stadt Heidelberg zu verschmelzen scheint. Ehrfürchtig betreten wir die heilige Stätte. Der helle volle Mond erleuchtet den schmalen Pfad durch den tiefen Schnee. Die hohen Bäume strecken zur Begrüßung ihre weiß beladenen Schneeäste wie lange Finger herab. Ab und zu pfeift leise der Wind und trägt die Geräusche der Stadt heran. Mit jedem Schritt knirschen die Schuhe im gefrorenen Beet des Schnees und folgen den einsamen Spuren. Die Kristalle glitzern und tanzen wie Funken, reflektieren die sanften Lichtstrahlen des sternklaren Himmels. Dann öffnet sich der Blick. Rechteckige steinerne Denkmäler zu Ehren der toten Soldaten säumen das runde Feld. Im stillen Atem des Schnees ruhen die Toten, unberührt bedeckt er zentimeterhoch die Erinnerung an sie. Einzig der rote Schein einer einsamen Grabkerze wacht über der ruhigen friedlichen Stätte. Über den einfriedenden Mauern erstrecken sich die funkelnden Lichter der Stadt Heidelberg. Wie Juwelen blinken sie bis hinab zur Ebene, wiegen ihre Bewohner sanft in den Schlaf.
Daniela Amendy, Heidelberg.
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Text©Daniela
Amendy
Stand 05.01.2004