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Vincent
van Gogh 1853 - 1890.
Vincent
wurde am 30. März 1853 und starb am 30. Juli des
Jahres 1890
Angeln
im Frühling auf der Brücke von Clichy.
Vincent
van Gogh
Selbstbildnis 1887
Gogh, Vincent van: Leben
und Schaffen eines tragischen Genies Die
Selbstbildnisse des Vincent van Gogh sagen mehr
als alle Worte über diesen Menschen, der zwischen
Schaffensrausch und Selbstzerstörung als Vorläufer
der Expressionisten zu einem der Wegbereiter der
modernen Malerei wurde. Vom großen auch materiellen
Erfolg seiner Bilder, die heutzutage bei Versteigerungen
nicht nachvollziehbare Preise erzielen, hatte das
einsame Genie zu Lebzeiten allerdings nichts. Zu
seinen Lebzeiten wurde nur ein einziges Bild verkauft.
Van Gogh brachte sich im Juli 1890 in völliger Verzweiflung
um.
Vincent van Gogh die
Biografie
Arbeit im Kunsthandel und als Prediger
Vincent (Willem) van Gogh wurde am 30.03.1853
im niederländischen Groot-Zundert bei Breda als
Sohn eines protestantischen Pastors geboren. 1864
kam er auf ein Internat in Zevenbergen, von 1866
bis 1869 war er Schüler eines Internats in Tilburg.
Ab 1869 war van Gogh Lehrling im Kunsthandelshaus
Goupil. Er blieb in dieser Firma bis 1876, unter
anderem in den Filialen in Den Haag, London und
Paris. Ab 1876 wandte er sich der Theologie zu und
versuchte allerdings vergeblich , Theologie
zu studieren. Schließlich ging er als Prediger ins
belgische Kohlerevier Borinage (18781880).
Endgültige Hinwendung zur Kunst
Danach wandte er sich dann endgültig der Kunst
zu. Sie diente dem Autodidakten wohl immer auch
dazu, innere Spannungen abzubauen, denn van Gogh
war zeitlebens geplagt von Selbstzweifeln und seiner
Tendenz zur Selbstzerstörung, die letztendlich in
seinem Selbstmord endete. Nachdem van Gogh ab Januar
1882 für etwa anderthalb Jahre mit einer Prostituierten
zusammengelebt hatte, die er mit ihren Kindern auch
porträtierte (so in »Sorrow« von 1882), ging er
schließlich von Ende 1883 bis Ende 1885 nach Nuenen,
wo er bei seinen Eltern wohnte und arbeitete. Vorbild
für den Maler van Gogh waren anfangs die Bilder
von Frans Hals und Rembrandt. Es entstanden in dieser
Zeit etwa 50 Bilder von den Menschen seiner Heimat.
Er bildete dabei häufig Bauern und Arbeiter ab.
Alle Bilder sind farblich von einer düsteren
Grundstimmung. Das wichtigste Werk aus dieser Zeit
ist »Die Kartoffelesser« von 1885. Nach der Aussage
van Goghs sollte der Farbton, in dem dieses Bild
gehalten ist, an eine staubige und ungeschälte Kartoffel
erinnern. Im Herbst 1885 ging van Gogh für etwa
ein halbes Jahr nach Antwerpen, wo er auch an der
Akademie eingeschrieben war. Dabei beschäftigte
er sich vor allem mit den Bildern von Peter Paul
Rubens.
Kontakt zu den Impressionisten in Paris
Im März 1886 ging van Gogh nach Paris, wo er
bei seinem Bruder Quartier nahm. Sein Bruder Theo,
Leiter der Galerie Goupil in Paris, sorgte finanziell
für ihn zwischen beiden ist ein dokumentarisch
sehr wertvoller Briefwechsel erhalten. Van Gogh
blieb hier für knapp zwei Jahre bis zum Februar
1888. In dieser Zeit kam er mit den Impressionisten
in Kontakt, was sich in seinen Gemälden durch eine
hellere Farbgebung niederschlug. Zudem übernahm
er für eine Zeit die Maltechnik des Pointillismus.
Auch farbige japanische Holzschnitte regten ihn
an. Van Gogh schuf in dieser Zeit an die 200 Gemälde,
darunter Stadtansichten von Paris, Landschaftsbilder
und viele Stillleben.
Schaffensrausch und Zusammenbruch in Arles
Anfang 1888 ging van Gogh nach Arles. Hier erlebte
er das künstlerisch wohl ergiebigste Jahr seines
Lebens. In dieser Zeit entstanden einige seiner
bekanntesten Werke wie die »Boote am Strand« oder
die »Caféterrasse am Abend«. Er schuf unter dem
Eindruck des hellen Sonnenlichts in Südfrankreich
eine Synthese aus Formen, die flächenhaft und linear
umgrenzt waren, mit reinen Farben, die er komplementär
setzte. In Arles arbeitete van Gogh wie besessen.
Hier entstanden auch seine berühmten Sonnenblumenbilder,
verschiedene Ansichten der Zugbrücke von Arles,
Stillleben und Porträts. Auch die Strandbilder mit
Booten schuf van Gogh zu dieser Zeit in Les
Saintes-Maries-de-la-Mer, das bei Arles gelegen
ist.
Van Gogh hegte in dieser Phase den Traum von
der Verwirklichung einer Künstlerkolonie. So tauschte
er Selbstbildnisse mit Emile Bernard, Charles Laval
und Paul Gauguin. Mit Gauguin arbeitete er eine
kurze Zeit lang auch zusammen. Ihr Zusammenleben
endete aber in einem heftigen Streit, was zum Zusammenbruch
van Goghs führte und zu seiner Selbstverstümmelung:
Er schnitt sich im Dezember 1888 ein Ohr ab. Bisher
wurde dies immer als ein erster Anfall geistiger
Verwirrung gewertet, neuere Forschungen in seiner
Krankengeschichte führen aber dazu, dieses Verhalten
eher einer Erkrankung des Innenohres zuzuschreiben.
Die Selbstbildnisse van Goghs, die nach dieser Tat
entstanden, wie das »Selbstbildnis mit Pelzmütze,
verbundenem Ohr und Pfeife« von 1889 zeigen den
Künstler in seiner tragischen Lage.
Freiwillig in die Heilanstalt
Da sich die Anfälle und Ausfälle häuften, ging
van Gogh im Mai 1889 freiwillig in die Heilanstalt
von Dr. Théophile Peyron in Saint-Rémy-de-Provence.
Dort bekam der Maler einen Arbeitsraum. In den Phasen,
in denen van Gogh in der Lage war zu arbeiten, schuf
er sehr ausdrucksvolle Gemälde, bestimmt von einem
zeichnerisch bewegten Duktus, so die »Sternennacht«
von 1889. Außerdem kopierte van Gogh Werke von Millet
und Delacroix.
Die letzten Monate bei Dr. Gachet
Im Mai 1890 verließ van Gogh die Anstalt und
ging nach Auvers-sur-Oise bei Paris, wo er sich
unter die Beobachtung des Arztes und Kunstliebhabers
Paul Gachet begab. In den letzten beiden Monaten
seines Lebens malte van Gogh noch einmal fast 70
Bilder. Dabei brach er die Formen seiner ornamentalen
Gestaltungsweise auf und verselbstständigte ihre
Rudimente zugunsten einer absoluten Bildwirkung.
Eindrucksvoll zeigt dies sein Werk »Weizenfeld mit
Krähen«. Am 27.07.1890 feuerte van Gogh einen Schuss
auf sich selbst ab, an dessen Verletzungen er zwei
Tage später starb.
ZEITTAFEL: DAS LEBEN DES
VINCENT VAN GOGH
1853 Vincent van
Gogh wird im am 30.03. im niederländischen Groot-Zundert
bei Breda als Sohn eines protestantischen Pastors
geboren.
1864 Van Gogh kommt
auf ein Internat in Zevenbergen.
1866-69
Van Gogh besucht ein Internat in Tilburg.
1869-76
Van Gogh beginnt eine Lehre in der Kunsthandlung
Goupil und bleibt in dieser Firma bis 1876, unter
anderem in den Filialen in Den Haag, Paris und London.
1876 Er wendet sich
der Theologie zu und versucht erfolglos ein Theologiestudium.
1878-80
Van Gogh geht als Prediger ins belgische Kohlerevier
Borinage.
1882/83
Er lebt für etwa anderthalb Jahre mit einer Prostituierten
und deren Kindern zusammen (ihr Porträt: »Sorrow«,
1882).
1883-85
Van Gogh lebt bei seinen Eltern in Nuenen. (Hauptwerkdieser
Zeit: »Die Kartoffelesser«, 1885)
1885/86
Ende 1885/Anfang 1886 geht er für ein halbes Jahr
nach Antwerpen, ist an der Akademie eingeschrieben
und kopiert vor allem P. P. Rubens.
1886-88 Van Gogh lebt in
Paris, hat Kontakt zu den Impressionisten,deren
Stil er sich auch annähert.
1888 Anfang dieses
Jahres geht van Gogh nach Arles und erlebt das künstlerisch
ergiebigste Jahr seines Lebens. Die Sonnenblumen-bilder
entstehen wie auch Ansichten der Zugbrücke von Arles.
Van Gogh arbeitet wie besessen. Im Dezember kommt
es zum Streit mit dem Maler Paul Gauguin, mit dem
van Gogh zusammenarbeitet und eine Künstlerkolonie
gründen will. Van Gogh schneidet sich ein Ohr ab.
1889 Im Mai 1889
geht van Gogh freiwillig in die Heilanstalt von
Dr. Théophile Peyron in Saint-Rémy-de-Provence.
1890 Im Mai zieht
van Gogh in die Obhut des Arztes und Kunstliebhabers
Paul Gachet. Innerhalb von zwei Monaten malt er
noch einmal fast 70 Bilder. Am 27.07.1890 feuert
van Gogh einen Schuss auf sich selbst ab. Am
29.07.1890 stirbt er an den Folgen dieser Tat.
Text Brockhaus
2002
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