
Amendy – 21.Mai 2005,
Salzburg Mirabellpark
Wir
sitzen hier im blühenden Mirabellpark und lauschen den Klängen eines jungen
Pianisten, der ein altes Klavier in den Park geschoben hat und den
Spaziergängern nun ein Konzert gibt. Viele verweilen in der herrlichen
Sommersonne, sitzen auf den grünen Bänken im Vogelgezwitscher. Der Brunnen
plätschert sanft. Mozartmelodien mischen sich mit knirschenden Schuhgeräuschen
auf dem Boden. Tabakrauch und warmer Wind. Ein Stimmengemisch aus verschiedenen
Ländern, Dialekten, Regionen. Bohrgeräusche einer Baustelle. Ein flirrendes
Gemisch aus Klängen, Geräuschen und Stimmen. Glocken schlagen. Und immer noch
erheben sich leise die Klänge des Klaviers in die Höhe. Menschen bleiben
neugierig stehen, setzen sich, applaudieren und ziehen wieder weiter. Ein
ständiges Kommen und Gehen. Die Töne schwirren umher, scheinen sich über die
Wipfel der Bäume zu heben, bis hinauf zur Hohensalzburg
und wieder zurück.
Wieder Applaus.
Ein neues Stück. Ein Klangwirbel folgt dem anderen, ein Tremolo jagt das andere
Tremolo, von musikalischem Höhepunkt zu Höhepunkt. Dazwischen sanfte
Intermezzi. Dann ein Stampfen und Hämmern. Töne perlen
herauf und herunter. Akkord. Akkord. Schluss. Applaus.
Wieder
Stimmengewirr, Knirschen der Schuhe, Vögel zwitschern. Die Musik ist vorbei.
Daniela Amendy, 21. Mai 2005
Salzburg